Rheinpark Metropole Köln.

Vom Messezentrum zum modernen Medienhaus.

Seit fast einem Jahrhundert prägen der markante Messeturm und die rotbraunen Backsteinfassaden der Rheinhallen die Silhouette des Deutzer Rheinufers. 1924 weihte Konrad Adenauer als Oberbürgermeister der Stadt Köln die damals modernsten Messeanlagen Deutschlands ein. Im Jahre 2005 trennte sich die Kölnmesse GmbH von den historischen Hallen und zog in die benachbarten Nordhallen um. Das alte Gebäudeensemble wurde anschließend komplett entkernt. Alle denkmalgeschützten Gebäudeteile, wie der Messeturm, der imposante Ehrenhof sowie die expressionistischen Ziegelfassaden blieben beim Umbau erhalten. Die historischen Mauern beherbergen nun einen der größten Bürokomplexe Europas, in den neben dem Fernsehsender RTL auch die Talanx Versicherungsgruppe eingezogen sind.

Zwei kammerartige, viergeschossige Baukörper, die sich der Höhe der bestehenden Fassade anpassen, ersetzen nach dem Entwurf der Architekten HPP die ursprünglichen Hallen. Insgesamt 14 Innenhöfe mit jeweils 1.000 Quadratmetern Freifläche auf unterschiedlichen, auch unterbauten Ebenen sowie 28 Lichthöfe im dritten Obergeschoss brechen den gigantischen Gebäudekomplex auf. Zwischen den Baukörpern liegt die sogenannte Mall, eine begrünte, frei zugängliche Promenade, die sich außen in der Mittelachse nach Süden und Norden fortsetzt. Da nur ein Teil der unzähligen Büros einen direkten Blick auf den Rhein genießt, war es ein wichtiges Anliegen der Planer, mit Hilfe der zahlreichen Innenhöfe ein Maximum an Tageslicht in das Gebäudeinnere zu bringen. „Außerdem wollten wir hier bunte Bilderwelten schaffen, an denen die Mitarbeiter Spaß haben“, so Thomas Fenner, Geschäftsführender Partner des verantwortlichen Landschaftsarchitekturbüros FSWLA aus Düsseldorf. „Bepflanzung und Materialwahl sind dabei in allen Höfen gleich, wurden von uns jedoch unterschiedlich verwendet.“ So erhielt jeder der 14 Innenhöfe eine unverwechselbare Identität – und definiert jeweils einen bestimmten Abschnitt des Gebäudes. „Orientierung und Individualität am Objekt waren wichtige Zielsetzungen für uns“, so der Planer. „Jetzt genügt ein Blick aus dem Fenster, und man versteht aufgrund der Hofgestaltung, wo im Gebäude man sich gerade befindet.“

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Neben der Bepflanzung sowie ergänzenden Elementen aus Cortenstahl stellen rund 30.000 Quadratmeter Betonsteinpflaster und -platten von Metten prägende Elemente sämtlicher Freianlagen dar. In den Innenhöfen, den Eingangsbereichen und auf der Promenade kamen Betonsteine zum Einsatz, die sich durch eine sehr ebene Oberfläche sowie eine homogene Farbgebung auszeichnen. Die eigens für das Projekt entwickelte anthrazitfarbene Variante des Produkt „Cubus“ zollt der denkmalgeschützten Ziegelfassade Respekt und reagiert unempfindlich auf die zu erwartenden Belastungen. „Uns war sehr daran gelegen, dass alle Flächen im Außenbereich möglichst homogen wirken und so einen ruhigen Rahmen für die umgebende Architektur bilden“, erklärt Thomas Fenner.

Als wesentliche gestalterische Mittel in den Licht- und Innenhöfen setzten die Landschaftsarchitekten Bänder, Diagonalen und Raster in den Bodenflächen ein, außerdem wechselnd farbige Kies-Schotter-Körnungen und thematisch differenzierte Pflanzungen. Im umlaufenden Arkardengang erfolgte die Verlegung der Bodenplatten in gebundener Bauweise. Hier war nur eine geringe Aufbauhöhe möglich. Angrenzend an die Arkardengänge, also in den umliegenden befahrenen Bereichen, wurde ein zehn Zentimeter starkes Betonpflaster verlegt, das den künftigen Belastungen etwa durch Lieferverkehr Rechnung trägt. In den am Ende der Mittelachse gelegenen Eingangbereichen Nord und Süd kamen 18 Zentimeter starke Großformatplatten in Grau und Backsteinrot zum Einsatz. Mit ihren roten Bänderungen nehmen die Bodenplatten das Stützenraster des Arkardenganges auf. Eingeschnittene amorphe Pflanzflächen bilden schließlich das Highlight der raffinierten Gestaltung.