bahn_hoefe Hamburg-Ottensen

Der historische Gebäudekomplex der ehemaligen Bahndirektion am Bahnhof Hamburg-Altona wurde vollständig saniert und zu einem vitalen, offenen Hofensemble umgestaltet. Mit den „bahn_hoefen“ entstand ein Gebäudeensemble, das verbindet – sowohl in seiner Nutzung als auch in seiner städtebaulichen Funktion. Dazu öffneten die Landschaftsarchitekten vom Hamburger Büro Gartenlabor die ehemals verschlossenen Innenhöfe und machten sie für die Öffentlichkeit zugängig. Mit dem Betonsteinpflaster Palladio® von METTEN Stein+Design gestalteten sie eine eindrucksvolle, fußläufige Verbindung zwischen den neuen öffentlichen Freiräumen und dem Stadtraum.

Das Projekt „bahn_hoefe“ mitten im lebendigen Hamburger Stadtteil Ottensen umfasst ein fünfteiliges Gebäudeensemble, bestehend aus historischen Gebäuden der ehemaligen Reichsbahndirektion und einem Neubau. Durch die behutsame Sanierung der teilweise denkmalgeschützten Bausubstanz unter der Prämisse des „Weiterbauens“ hat das Hamburger Büro LH Architekten das vier- bis siebengeschossige Hofensemble kleinteilig und vielfältig nutzbar gemacht.

Es ist gelungen, den Komplex so zu zerlegen und transparent zu gestalten, dass er sich als vitales, offenes Hofkonzept öffentlich in den Stadtteil integriert. Die neuen Nutzungen beinhalten Büroflächen, eine private Hochschule, eine Musicalschule, Studenten-Appartements, Wohnungen, eine Kita und Parken. Im Erdgeschoß werden sie durch Ladengeschäfte und gastronomische Betriebe ergänzt. Entstanden ist eine quartierseigene Atmosphäre und Identität für den Stadtteil Ottensen. Alleine das vielfältige Nebeneinander hat das Leben in Ottensen moderner und gleichzeitig übersichtlicher gemacht. Auf rund 30.000 Quadratmetern kann man hier wohnen, lernen, arbeiten, einkaufen,essen, sich treffen und austauschen.

Galerie

Revitalisierung einer denkmalgeschützten Bestandsimmobilie

Durch die Teilung des Baukomplexes und seine Öffnung mit neuen Zu- und Durchgangswegen wurden städtebauliche Zusammenhänge und attraktive Freiräume geschaffen. Mit ihrem Freiraumkonzept stellten die Landschaftsarchitekten vom Büro Gartenlabor neue Bezüge zwischen den großzügigen Innenhöfen, dem Gebäudeensemble und dem städtischen Raum her. Die ehemals verschlossenen Innenhöfe wurden von alten „gewucherten“Zubauten befreit und sensibel für ihre neuen Nutzungen umgestaltet und ergänzt. Im Zuge des Rückbaus der eingeschossigen Nebengebäude und der Herstellung von Verbindungswegen wurden einzelne Fassadenbereiche erneuert. In Anlehnung an die dunkel emaillierten Ziersteine der Hauptfassaden führte man die neuen Fassadenbereiche in dunklen Metall-Paneelen aus. Ebenso setzen sich auch alle weiteren baulichen Ergänzungen und Fassaden einheitlich durch ihre dunkle Materialität von der Bausubstanz ab.

In den Innenhöfen schaffen inszenierte Begrünung, ein differenziertes Beleuchtungskonzept und die Pflasterung mit dem schlichten Betonstein Palladio® von Metten Stein+Design attraktive öffentliche Freiräume von hoher Aufenthaltsqualität. Die einheitliche Pflasterung der drei Innenhöfe, ihre Zu- und Durchgänge sowie Wege um den Gebäudekomplex und zum Teil sogar im Gebäudeinneren dienen als große Klammer, die das räumliche Gefüge als zusammenhängende Fläche erlebbar macht. „Der schlichte Pflasterbelag wertet mit seiner Zweifarbigkeit aus hell- und dunkelbeigen, großformatigen Betonsteinplatten die Innenhöfe enorm auf“, sagt die Landschaftsarchitektin Nicola Bruns vom Büro Gartenlabor. Sie entwickelte das Layout vom Außenraum in Abstimmung zur historischen Backsteinfassade sowie den hinzugefügten modernen Fassadenelementen. Durch die helle Farbigkeit des Pflastersteins hat sie die Freiräume puristisch und ruhig in Szene gesetzt. Zu einer auflockernd leichten Lebendigkeit trägt dabei die dezente Zweifarbigkeit des Bodens bei. Zentrales Anliegen des Konzeptes von Nicola Bruns war auch den Innenhöfen eine der Nutzung der Gebäude gleichwertige Bedeutung zukommen zu lassen. Ein formschönes Detail sind die großformatigen Palladio® Betonsteinplatten (100 x 50 cm) in den Durchgängen.

Dialogisches Prinzip von Gebäude und Außenraum

Jeder der drei Höfe zeigt eine dem Funktionsanspruch und der Nutzung angemessene individuelle Atmosphäre. Der ruhigste Platz ist der Innenhof des östlichen Gebäudeensembles. Als Außenbereich der Hochschule für Gestaltung ist er den Schülern und Lehrenden der Schule vorbehalten. Mit der Pflasterung setzt sich hier der „Mensahof“ ins Gebäudeinnere fort und schafft die Verbindung von Außen- und Innenraum. Das Besondere am zentralen Mittelhof ist seine Überbauung mit einer filigranen Glasdachkonstruktion. Hier befindet sich der zentrale Eingang zu den Büros. Während der Kernarbeitszeiten dient er als hochwertiger Empfangsbereich mit Service und freundlicher Atmosphäre – nicht nur für Besucher! Hier wird der Außenraum zum Aufenthaltsraum für einen angenehmen Zwischenaufenthalt oder für Veranstaltungen und Ausstellungen. Der westliche Hof ist der offenste und belebteste Hof. Er ist eine Art Verbindungszone zwischen Busbahnhof/Ottenser Haupteinkaufsstraße und den Straßen „Am Felde/Ehrenbergstraße“. Hier erreicht man die Büros, sitzt im Restaurant oder kommt auf schnellstem Weg vom Altonaer Westen zum Bahnhof. Im östlichen und westlichen Innenhof bieten organische geformte Bauminseln als kleine grüne Oasen natürlichen Sonnenschutz und laden zum Verweilen ein. Mit der Öffnung der Innenhöfe sind im Hamburger Stadtteil Ottensen neue Verbindungen und Orte der Begegnungen entstanden, die die Lebens- und Wohnbedingungen verbessern und die Stadtstruktur stärken.

Bautafel

Projekt:

bahn_hoefe, Hamburg-Ottensen

Farben und Formate:

Me Palladio 15.01 Oberflaeche ret
Palladio 15.01

50 x 25 x 8 cm

100 x 50 x 8 cm

50 x 25 x 12 cm

Palladio 15.03
Palladio 15.03

50 x 25 x 8 cm

100 x 50 x 8 cm

50 x 25 x 12 cm

Architekt:

LH Architekten, Hamburg

Fläche:

ca. 4.000 m²