Knokke, Rubens-Plein Belgien

Noch so frisch wie die Nordsee Rubensplein

Ein Erfolg: „Sehr leistungsstark.“ So bezeichnet Architekt Paul Robbrecht die langlebigen Betonsteine von METTEN, die er 2003 für die Gestaltung des Rubensplein in der belgischen Küstenstadt Knokke wählte. Der Platz hat sich zu einem Wahrzeichen am Deich gemausert.
Das Architektenbüro „Robbrecht en Daem“ mit Sitz in Gent wurde 1975 durch Paul Robbrecht und Hilde Daem gegründet. Mit einer Reihe von angesehenen Gebäuden, Inneneinrichtungen und städtischen Außenflächen erwarben sie in Belgien und international Anerkennung und Ruhm. Einige Beispiele aus ihrem Portfolio sind das Konzertgebäude in Brügge, der Ausbau des Rotterdamer Museums Boijmans van Beuningen, die Renovierung der Whitechapel Gallery in London und die Neugestaltung des Leopold de Waelplaats in Antwerpen. Gemeinsam mit dem Architektenbüro Dierendonckblancke Architects aus Gent lieferten Robbrecht und Daem den Siegerentwurf für das neue Brüsseler Rundfunkgebäude, ein Projekt, das einen Wert von 105 Millionen Euro verkörpert. Mit dem Bau wird dieses Jahr begonnen. Auch der Entwurf und die Realisierung des Rubensplein erregte internationale Aufmerksamkeit. Wie bei vielen ihrer Entwürfe spielt auch in Knokke die bildende Kunst eine entscheidende Rolle.

Bautafel

Projekt:

Knokke, Rubens-Plein Belgien

Farben und Formate:

boulevard-grassano.jpg
Grassano

15 x 15 x 10 cm
30 x 15 x 10 cm

MeBoulevardNardoOberflaecheret3
Nardo

15 x 15 x 10 cm
30 x 15 x 10 cm

MeBoulevardBiancoOberflaecheret
Bianco

15 x 15 x 10 cm
30 x 15 x 10 cm

Knokke Sonderfarbe
Beneveto Sonderfarbe

15 x 15 x 10 cm
30 x 15 x 10 cm

Architekt:

Robbrecht en Daem Architekten, Gent

Fläche:

5.400 m²

Fertigstellung:

2007

Galerie

Ein Ornamentpflaster der Nordsee nachempfunden

Paul Robbrecht blickt mit uns zurück auf dieses Projekt: „Der Ausgangspunkt war eine praktische Angelegenheit“, so berichtet er. „Die Gemeinde wollte unter dem Platz eine Tiefgarage für die angrenzenden Eigentumswohnungen realisieren. Knokke war jedoch auch bestrebt, den öffentlichen Raum durch die Realisierung eines gestalteten Platzes mit einem Kunstwerk eines angesehenen Künstlers aufzuwerten. Die Gemeinde schlug den bildenden Künstler Franz West aus Österreich vor. Wir kannten ihn damals – inzwischen ist er leider verstorben – bereits seit 30 Jahren und bewunderten seine inspirierenden Werke. Wir hatten auch gleich eine feste Vorstellung von den Werken, die wir in den Entwurf des Platzes integrieren wollten. Der Rubensplein ist dreieckig und befindet sich an einer Stelle, an der die Häuserfassaden sich ein wenig von der Küstenlinie zurückziehen. Ein besonderes Merkmal des Platzes ist seine soziale Vielschichtigkeit: Junge Menschen benutzen ihn als Spielplatz und Gokart-Fläche, und Ältere ruhen sich dort aus und genießen den Blick aufs Meer. Die Lage und die Nutzung des Platzes waren maßgeblich für den Entwurf. Auch schwebte uns bei der Erstellung des Entwurfs das Gemälde „Badende bei Asnières“ von Georges Serault vor, das zeigt, wie die Menschen sich im 19. Jahrhundert in ihrer Freizeit nahe der Stadt am Wasser erholten. Wir zeichneten lange Bänke mit einem Windschutz und ringsum die Freiheit der Freifläche, die Kindern genügend Platz zum Spielen bieten sollte.
Die leicht konkave Bodenfläche ist mit Betonsteinen in den Farben Grau, Weiß und Blau gepflastert, die ebenso wie das Verlegemuster der Nordsee nachempfunden sind. Wir entschieden uns für ein Ornamentpflaster aus geschliffenem Betonstein von METTEN, weil diese sich durch ihre Langlebigkeit auszeichnen und die Farben, die man uns auf unsere Bitte hin entwickelte, genau unseren Vorstellungen entsprachen. Außerdem lieferte METTEN die Einfassungen auf der Meeresseite des Platzes, die farblich auf das übrige Pflaster abgestimmt wurden. Diese halten den Platz frei von Sand. Die Verkleidung der beiden Pavillons auf dem Platz ist aus dem selben Pflastermaterial. In den Pavillons befinden sich die Zugänge zur Tiefgarage. Sämtliche Materialien wurden nach unserem Entwurf für den Platz maßgefertigt und unterstreichen unsere Vision. Auf den Pavillons wurden Skulpturen von Franz West aufgestellt, zwei riesige Köpfe mit einer Höhe von fünf Metern. West nannte sie „Lemurenköpfe“ und verwies damit auf die Totengeister der alten Römer. Sie sind aus nachhaltigem Kunststoff gefertigt.“

Ein kunstvoller Platz zum Verweilen

Hat der Platz sich zu dem öffentlichen Raum entwickelt, der Ihnen in der Entwurfsphase vorschwebte? „Ich bin mit seiner Entwicklung überaus zufrieden. Der Platz wird sehr intensiv genutzt. Er lädt zum Verweilen ein. Und obwohl er bereits seit 15 Jahren stark besucht wird, wirkt er noch recht neu. Das ist dem überaus beständigen Boulevard®-Pflaster zu verdanken. Die Holzbänke erfordern allerdings einen gewissen Instandsetzungsaufwand, da sie unvorhergesehenerweise als Skateboard-Rampe herhalten müssen. Zum Glück wird der Platz von der Gemeinde gehegt und gepflegt. Die riesigen weißen Köpfe regen die Phantasie vieler Besucher an. Sie erinnern an die Statuen der Osterinsel und wirken fast, als wären sie miteinander in ein Gespräch vertieft. Währenddessen blicken sie aufs Meer wie die Besucher des Platzes.“

Nicht nur Robbrecht, die Gemeinde und die Besucher erfreuen sich am Rubensplein. Der Platz wird über die Grenzen von Flandern hinaus als wichtiges Projekt der Architekten Robbrecht und Daem gesehen. Kürzlich wurde ihrem Gesamtwerk in Bordeaux eine Retrospektive gewidmet. Auf dem Poster und der Broschüre: Ein Foto des Rubensplein.