Kurt-Hackenberg-Platz, Köln

Charakteristischer Stadtraum

Der Kurt-Hackenberg-Platz im Bereich des Kölner Domumfeldes wird seit 2018 mit neuem Leben gefüllt. Prägendes Gesicht der Verwandlung ist ein Natursteinteppich aus bergischer Grauwacke. Das Natursteinpflaster, welches von METTEN Stein+Design geliefert wurde, verleiht dem Platz in Kombination mit skulpturalen Sitzelementen – ebenfalls aus Grauwacke – ein dynamisches und lebendiges Gesamtbild, das durch die bewusst genutzten Steinfärbungen und Formate unterstützt wird. Die besondere Materialästhetik und das edle Farbspiel des regional bergischen Urgesteins machen diesen Platz zu einem attraktiven Ort des Flanierens und der Entspannung.

Durch die neue Gestaltung des Kurt-Hackenberg-Platzes wurde im Herzen der Domstadt Köln ein qualitativ hochwertiger Stadtraum mit einem eigenen Charakter geschaffen. Nach den Plänen des Züricher Büros Vogt Landschaftsarchitekten, das die Ausschreibung gewann, wurde der historische Bereich, der zum Kulturpfad „Via Culturalis“ gehört, aufwendig umgestaltet und überzeugt mit puristischem Charme. Im Zentrum des Platzes liegt eine etwa 500 m2 große Fläche mit wassergebundener Wegedecke und lose gestellten Bäumen, die in ihrer Gestaltung an die Tradition der Kölner Stadtgärten – wie den Ebertplatz oder den Rathenauplatz – anknüpft. Unter einem lichtdurchlässigen und doch schattenspendenden Dach aus schirmförmigen japanischen Schnurbäumen (sophora japonica) laden zahlreiche Sitzgelegenheiten und ein maßgeschneiderter Trinkbrunnen aus Bronze im Herzen Kölns zum Verweilen und Entspannen ein. Gleichzeitig fungiert der Platz als verbindendes Element zwischen Bahnhof und Altstadt und ist angemessener Eingangsbereich für einige der wichtigsten Kölner Institutionen – der Philharmonie, dem Museum Ludwig und dem Römisch-Germanischen Museum.

Der Kurt-Hackenberg-Platz erhält sein prägendes Gesicht durch einen Natursteinteppich, für welchen das Züricher Büro Vogt Landschaftsarchitekten die Gestaltungsidee von drei Farbbändern aus regionaler Grauwacke entwickelt hatte. Besondere Herausforderungen für die Firma METTEN Stein+Design bestanden in der Umsetzung des Entwurfsgedanken in die Materialität der Grauwacke sowie die logistische Abwicklung bei einer derartigen Baustelle in Innenstadtlage.

Bautafel

Projekt:

Kurt-Hackenberg-Platz, Köln

Farben und Formate:

Me Grauwacke Farbe
Grauwacke

Pflaster

Platten

Blockstufen

Sitzblöcke

Bordsteine

Architekt:

Eurovia Teerbau GmbH, Troisdorf

Landschaftsarchitekt:

Vogt Landschaftsarchitekten, Zürich (CH)

Bauherr:

Gerd Rose Naturstein- und Pflasterdesign, Bergisch Gladbach

Fläche:

ca. 2.000 m²

Fertigstellung:

2018

Galerie

Urbane Materialästhetik

Um die gewünschte farbliche Sortierung – von braungrau bis ins grünliche hinein – zu bekommen, wurde die Grauwacke aus drei Schichten des Steinbruchs – dritte, fünfte und siebte Sole – abgebaut. Von der Qualität und Farbdifferenzierung ihres Wunschmaterials verschafften sich die Landschaftsarchitekten aus der Schweiz bei einem Besuch der Firma METTEN Stein+Design sowie des Steinbruchs persönlich ein Bild: „Die Grauwacke aus dem Bergischen Land überzeugte uns nicht nur durch ihre natursteintechnischen Qualitäten. Der Stein verstärkte die Authentizität des Platzes durch seinen regionalen Bezug und die Tradition der Verwendung in der Stadt Köln. Seine feinen Farbabstufungen erlaubten eine Kohärenz in der Fläche bei gleichzeitiger Gliederung, die z.B. bei Regen deutlicher lesbar wird,“ so Landschaftsarchitekt Ralf G. Voss vom Büro Vogt Landschaftsarchitekten, Zürich.

Durch die bewusst genutzten farblichen Steinfärbungen und Formate zeigt der Kurt-Hackenberg-Platz trotz der streng regelmäßigen und linearen Anordnung der Pflastersteine ein dynamisches und lebendiges Flächenbild. Korrespondierend dazu sind entlang des begrünten Platzbereiches modulare Sitzelemente – ebenfalls aus Grauwacke – positioniert. Die beiden massiven 22 Meter langen Steinblöcke unterschiedlicher Höhe stehen in enger Folge als zusammengehörendes Element beieinander und muten – unterstützt durch die präzisen Schnitte und Kanten des Materials – skulptural an: Sie bilden eine Reminiszenz an den Rhein. Die Präzisionsarbeit zeigt sich auch in der harmonischen Integration der Schachtdeckel in der gesamten Oberfläche. Die Kombination aus Natursteinteppich und steinerne Möblierung macht den Platz zu einem besonderen Ort des Flanierens und der Entspannung.

Rund 2.000 m² groß ist die Natursteinlandschaft aus Grauwacke Pflaster und Platten, Blockstufen und skulpturalen Sitzblöcken, die sich zu einem harmonischen Ganzen fügen. Von der Hektik der Großstadt Köln ist hier kaum etwas zu spüren. Der Platz ist eine Einladung zum Rückzug und Verweilen. Als eigenständiger Stadtraum ist er in der Umgebung des Kölner Doms gut erkennbar und passt sich dennoch harmonisch in das Stadtbild ein.

 

Verlege-Performance

Die Pflasterflächen wurden überwiegend in ungebundener Bauweise hergestellt. Das heißt, Trag- und Bettungsschicht sowie die Verfugung sind ungebunden – ohne beispielsweise zementäre Bindemittel – ausgeführt. Lediglich bei den Einfassungen und in den Randbereichen sind kleinformatige Pflastersteine gebunden verlegt. Dass bei der Größe des Natursteinprojekts die Lagestabilität der Pflasterfläche dennoch auf das geforderte Niveau gebracht werden konnte, stellt die sogenannte „Quirrenbach-Rillierung“ sicher. Bei dieser innovativen Fertigungstechnik werden die Grauwacke Platten an Flanken und Unterseiten mit einer Rillierung versehen, die für eine bessere Verkrallung/Verzahnung der Steine in die Bettung bzw. mit dem Fugenmaterial sorgt. Die Fläche erhält somit eine größere Lagestabilität und hält außerdem Belastungen besser stand. Trotzdem bleibt die Bodenfläche flexibel: Stehen beispielsweise Wartungsarbeiten im Boden an, lassen sich Steine problemlos aufnehmen und wieder einsetzen. Die erforderliche Präzisionsarbeit bei der Platzgestaltung zeigt sich auch in der perfekten Verlegeausführung durch die Firma Gerd Rose Naturstein- und Pflasterdesign aus Bergisch Gladbach. Es mussten Formatkombinationen bei den Platten und exakt integrierte Schachtdeckel über die gesamte Platzoberfläche berücksichtigt werden.

Die verlegte Fläche wird höchsten Qualitätsansprüchen an das Gestaltungs- und Nutzungskonzept des Kölner Kurt-Hackenberg-Platzes gerecht. Neben der einzigartigen Materialästhetik und den physikalischen Eigenschaften der Grauwacke war die innovative Rillierung der Platten und ihre dadurch optimierte Lagestabilität ein weiterer, wesentlicher Faktor für die Auswahl. Insgesamt ist der Kurt-Hackenberg-Platz in Köln ein zeitgemäßes Beispiel, Städten mit attraktiv gestalteten Freiräumen eine entspannte Aufenthaltsqualität zu geben. Frostbeständig und trittsicher ist das Natursteinpflaster zudem sehr gut begehbar und daher optimal geeignet für öffentliche Freiflächen.

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