Houthavens Amsterdam

Modisch inspiriertes Freiraumkonzept

Houthavens gilt als eines der neuesten kreativen Viertel Amsterdams. Noch bis in die sechziger Jahre des vergangenen Jahrhunderts war Houthavens – wörtlich übersetzt „Holzhafen“ – der Ort, an dem mit Frachtschiffen Holz aus Nord- und Osteuropa angeliefert und gelagert wurde. Heute zieht es als kreatives Zentrum Unternehmen aller Art an, darunter Werbe-, Design- und Mediaagenturen und natürlich Modemarken wie Tommy Hilfiger und Calvin Klein, die im markanten Porcellis-Gebäude von MVSA Architects ihr europäisches Headquarter eröffnet haben. Der Außenbereich spiegelt mit einem Betonsteinpflaster von METTEN Stein+Design in „High-Fashion-Print“ und Fischgrät-Verlegung das Modegeschäft wider.

Amsterdam, einst das Herz eines Handelsimperiums, pflegt heute seinen Status als Kreativhauptstadt. An der Danzigerkade zwischen dem Nieuwe Houthaven und dem Minervahaven entstand ein lebendiger, einzigartiger Campus. Die dort einst gelagerten Baumstämme haben Platz gemacht für spektakuläre zeitgenössische Büro- und Hotelgebäude. Eigentümer und Auftraggeber ist der Investor Heren2, der bereits vor Jahren die Möglichkeiten erkannte, die Houthavens am südlichen Ufer des IJ-Wasserarms bietet. Zu diesem Zeitpunkt gab es dort noch viele Industriegebäude und die Atmosphäre auf der Landzunge war eher düster und anrüchig. Seitdem hat sich jedoch viel verändert, und der alte Uferbereich des IJ-Wasserarms hat eine neue Bedeutung gewonnen: Heren2 ließ die Lagerhallen abreißen, sanierte den Boden und errichtete attraktive Gebäude für anspruchsvolle Mieter. Neben vielen anderen hat sich unter anderem auch das internationale Modeunternehmen PVH, Inhaber von Weltmarken wie Tommy Hilfiger und Calvin Klein, dort niedergelassen. Im markanten Porcellis-Gebäude von MVSA Architects an der Danzigerkade hat das Lifestyle-Unternehmen seinen europäischen Standort bezogen. Auch der Investor selbst hat sich dort niedergelassen, genau wie auch sein Pendant Dames2, ein Unternehmen, das für die Immobiliengesellschaft Heren2 Projekte verwaltet.

 

Perfekte Verbindung zwischen Mode und Freiraum

Das PVH Europe HQ verkörpert die neue kreative Energie des Houthavener Gebiets und verweist auf die maritime Geschichte des Viertels. Beim Entwurf der neuen Hauptverwaltung für die beiden bekannten Modemarken Tommy Hilfiger und Calvin Klein haben sich die Architekten vom MVSA Architekts, Amsterdam, von der Lage am Wasser inspirieren lassen. Die Verdoppelung der sonst üblichen zulässigen Höhe verleiht dem Gebäude beeindruckende Präsenz. Seine schrägen Linien erzeugen Dynamik und suggerieren die Form eines Schiffes. Zum maritimen Effekt tragen außerdem glänzende Aluminium- und Stahlelemente bei. Im Inneren bietet das ikonische Gebäude auf 12 Etagen und rund 12.000 m² Fläche schlanke und detaillierte Showrooms und Arbeitsbereiche, nach einem Entwurf von Dan O´Kelly Studio, PVH Creative Services, und MVSA Architects.
Bei der Gestaltung des Außenbereiches legten die Investoren großen Wert auf eine hohe Aufenthaltsqualität. „Heren2 wollte einen Außenbereich, in dem sich die Menschen gerne aufhalten und entspannen können. Ein Außenbereich, der aber auch von den Etagen der Gebäude aus attraktiv aussieht sowie der Qualität der Gebäude und den Ansprüchen der Mieter gerecht wird,“ beschreibt Lies Schaberg von Dames2 das Freiraumkonzept. Als Managerin des Projektes zeichnete sie für die Gestaltung und den Bau der Außenanlage verantwortlich. Drei Agenturen beteiligten sich an der Projektausschreibung. Den Zuschlag bekam letztendlich das Büro Sant en Co Landschaftsarchitekten, Den Haag. Sander Singor, Landschaftsdesigner, der im Auftrag des Büros am Entwurf beteiligt war, verschaffte sich vor Ort einen Eindruck und stellte dazu Folgendes fest: „Das Gebiet ist geprägt von viel Beton, viel Platz und viel Wasser. Zu dieser wun¬derschönen Hafenwelt habe ich einen Kontrast geschaffen, indem ich Sanftheit und organische Formen in unseren Entwurf eingebaut habe. Das Design kombiniert Betonsteine von METTEN Stein+Design in Fischgrätverlegung mit linsenförmigen, grünen Objekten, die Tropfen ähneln, wie sie zurückbleiben, wenn Wasser von einem Boden abgelaufen ist.“ Für die Verlegung der Steine hat sich der Landschaftsarchitekt von englischem Parkett inspirieren lassen: „Sehr schick, sehr raffiniert. Kein Standardboden eben. Es ist ein Muster aus drei hintereinander liegenden Steinen. Dank des Musters und der Steindicke ist die Pflasterung widerstandsfähig gegen Belastungen durch schwere Transportwagen. Außerdem geht von dem Boden eine Lebendigkeit aus, die genau wie das Muster vom Material herrührt. Zusätzlich verstärkt wird diese Lebendigkeit durch die unterschiedlichen Natursteinzuschläge in den Betonsteinen sowie die Rauheit der Oberfläche. Mit seinem Muster und durch die Verwendung von vier verschiedenen Farben erinnert der Boden an einen High-Fashion-Print und spiegelt damit das Modegeschäft wider, das hier im Vordergrund steht.“

 

Bautafel

Projekt:

Houthavens Amsterdam

Farben und Formate:

Boulevard Sonderfarbe Gelb
Boulevard Objektfarbe 3896

40 x 20 x 12 cm

Boulevard Sonderfarbe Grau
Boulevard Objektfarbe 3895

40 x 20 x 12 cm

55 BOULEVARD Nardo
Boulevard Objektfarbe 2823

40 x 20 x 12 cm

La Linia Sonderfarbe weiss
La Linia Objektfarbe 3078

40 x 20 x 12 cm

Landschaftsarchitekt:

Buro Sant en Co, Den Haag

Bauherr:

Heren2, Amsterdam

Fläche:

ca. 12.000 m²

Fertigstellung:

2019

Galerie

Grüne Dünen

Das Grün und die Pflasterung befinden sich größtenteils auf dem Dach eines Parkhauses für rund 600 Autos, was nicht erkennbar ist. „Für die Bäume wurden besondere Vorkehrungen getroffen, damit sie ge-nügend Platz haben. Insgesamt haben wir rund hundert nachhaltige Grünflächen und Dünen realisiert. Die grünen Dünen auf dem Hauptplatz sind etwas höher und dienen als Windschutz. Für die grünen ‚Tropfen‘ haben wir eine Kombination aus Stauden und Ziergräsern ausgewählt. Sie stehen für Sanftheit und das Organische, was zusammen einen wunderbaren Kontrast zur Architektur der Gebäude bildet.“

Die Pflasterung und das grüne Muster verbinden die einzelnen Gebäude miteinander und lassen die rund 12.000 m² große Fläche bis zum Kai als harmonische Einheit wirken. Dazu Projektmanagerin Lies Schaberg: „Das Ganze gestaltete sich nicht ganz einfach, aber dank der Mitwirkung der Hafenbehörde hat es geklappt. Die Hafenbehörde ist Besitzer des Kais, der zuvor funktional mit einem Radweg, Grünstreifen, einer Straße und einem Bürgersteig ausgestattet war. Der neugestaltete Kai-Bereich erhöht die Offenheit und Zugänglichkeit. Dadurch, dass die Menschen jetzt überall spazieren können, ist er zu einem beliebten Ort geworden.“ Sie ist mit dem Ergebnis zufrieden: „Vor allem, weil es so grün geworden ist.“ Auch Landschaftsarchitekt Sander Singor ist von dem erzielten Ergebnis überzeugt. Froh ist er vor allem darüber, dass sich der Auftraggeber für ein wirklich innovatives Design entschieden hat. „Mir ist kein anderes Beispiel für diese Kombination aus Fischgrät-Pflasterung und grünen ‚Linsen‘ bekannt. Es ist eine Wahl, die meiner Meinung nach gut zu diesem Pionierprojekt im Bereich Hafenimmobilien passt.“